Jahreskommentar 2018

Marktaussichten 2018


Die allgemeine Marktlage scheint seit Beginn des Jahres 2018 etwas Nährboden für eine „depressive Grundstimmung“ zu bekommen. Diese spiegelt sich in deutlichen Kurskorrekturen im Portfolio wider.
Rational begründet sind die hohen Bewertungen von Vermögenswerte wie Aktien, Anleihen und Immobilien bereits seit Jahren nicht mehr. Daher wird von einem breiten Investment in den Gesamt-Markt derzeit Abstand gehalten. Der Kauf von (unterbewerteten) Einzelaktien scheint seit Jahren die einzig verbliebene Anlagealternative. Welche jedoch ebenfalls zunehmend ausgedünnt wirkt.
Diese Alternativlosigkeit führt zu einer überdimensionierten Gewichtung von Einzelwerten im Depot und der Frage „Wohin [mit dem Geld]?“. Geld ist zwar keine attraktive Anlagealternative, jedoch gibt es in diesem Jahr die gedankliche Überzeugung und deutliche Bestrebung, Bargeldbestände zu erhöhen und (netto) keine Aktien mehr zuzukaufen.



Francotyp Postalia 
- Übergangsjahre 2018-19
- GB 17 ohne erkennbar Neuem
- Kursziel Eur 7+ bis/ab 2020
Der Geschäftsbericht von FPH brachte keine erkennbaren Neuerungen für den Investment-Case. Das Jahr 2018 wird ein belastendes Transformationsjahr bleiben auf dem Weg zum Ziel von Eur 400 Mio Umsatz und rund Eur 1 Gewinn pro Aktie im Zeitraum 2020-2023. Das FPH versteckte „Value“ hat, war bereits Grundlage für den Einstieg 2012 (damals noch unter altem Vorstand). Mittlerweile ist ein komplett neuer Vorstand am Ruder. Der 10%ige Anteilseigner „Active Ownership Fund“ wird dabei ein wesentlicher, stiller Spieler sein und scheint die versteckte Unterbewertung ebenfalls vor Jahren erkannt zu haben.
Sollten sich die Vorstandsziele erfüllen, sind Preise von über sieben Euro pro Aktie gerechtfertigt. Die Frage dabei bleibt – kann das Unternehmen liefern, oder werden es schnöde Ankündigungen und Luftschlösser bleiben. Die Erkennbarkeit bzw die Wirkung der strategischen Neu-Ausrichtung hinsichtlich der beworbenen Umsatz-, Margen- und Gewinnziele ab 2020, sollte der Fokus für 2018 sein. Insofern sind insbesondere die nächsten Quartalsberichte in Hinblick auf diese „erkennbaren Verbesserungen“ hin prüfenswert.






IVU Traffic Systems
- Mehr als erwartet
- Kursziel: Ein Verdoppler bis 2020 wäre fein
IVU ist ein Wachstums- und Value-Wert und bleibt es. Vielleicht war die Kapitalmarktkommunikation nicht optimal und liefert daher noch immer schöne Einstiegspreise. Im Wesentlichen konnte man das EBIT auf Jahressicht von rund 3Mio auf 6Mio steigern (und hat das selbst nicht vorhergesehen). Aufgrund des projektbezogenen Geschäftes können hier naturgemäß Schwankungen auftreten und man sollte sich nicht auf einen linearen Anstieg der Geschäfte verlassen. Das hier aber eine gut arbeitende Firma mit den Variablen der „Buzzwords“ „Digitalisierung“, „Urbanisierung“ und der völlig neuen Art und Weise wie wir binnen der nächsten Jahre unsere Mobilität gestalten und konsumieren werden, zusammenkommen, könnte helfen.
Die Anhäufung des Netto-Cash-Bestandes führt heuer erstmals zu einer Dividendenausschüttung. Auch die IVU scheint nicht zu wissen wohin mit dem Geld.
Mit Hinblick auf die Bewertung im Verhältnis zu potentiellen Mitbewerbern und den in Aussicht stehenden Kapitalströmen, wird hier eine Unterbewertung vermutet.


  


LILAK - Liberty Latin America
- Kursziel: EUR 32


Die Abspaltung von der Mutterfirma erfolgte mit Jahresumstellung 17/18. Dem Mann den Al Gore als „Real World Darth Vader“ bezeichnete, wird hier mit seinem Investment gefolgt. Die Gründe für die Gefolgschaft sind insbesondere aus den angeführten Links entnehmbar:




Tesla 
- Kursziel Eur 2.500 im Jahre 2028 (...wenn nicht's dazwischenkommt...)
- Depotgewichtung dzt: 6,8%
Unsere Mobilität ändert sich grundsätzlich. Nicht von heute auf morgen aber womöglich von heute auf 2028 und darüber hinaus. Kurzsichtig scheint die Anzahl der produzierten Model 3 zu einem jeweils definierten Stichtag (Quartal) das Potential zu Verwerfungen des Kurses zu haben. Zugegebenermaßen verfolge ich ähnlich emsig den „ramp-up“ der Produktion, wobei der Glaube, dass die nicht stichtagsgetreue Erfüllung der Produktionsziele langfristig von Bedeutung sein sollte, noch fehlt: https://www.bloomberg.com/graphics/2018-tesla-tracker/
Womöglich wird darüber hinaus die Mobilität 2028 keine Frage der Antriebstechnologie, sondern überhaupt vielmehr ein Frage der Automatisierung und des „Computers mit Rädern“ sein (Anteil der Software-Ingenieure bei klassischen Autobauern: rund 2% – Tesla: 60%). Und um die Glaskugel zu bemühen wer den zukünftig besten IT-Spezialisten als Arbeitgeber dienen darf: die beliebtesten Arbeitgeber für die Tech-Nerds im Silicon Valley sind…?
Unter dem Radar bleiben die „Nebengeschäfte“ von Tesla. Neben der Fahrzeugproduktion scheint das Solar- bzw Batterie-Speicher Geschäft anzulaufen. Für 2018 wird hier eine Umsatzverdreifachung von einer Mrd USD auf rund drei erwartet (Gesamtumsatz Tesla per 31. Dez 2017: 11,7 Mrd USD).
Natürlich wird dem Personenkult rund um Elon Musk ebenfalls gehuldigt. Einem Unternehmer bzw vielmehr einem Geek, Nerd und Techniker der selbst sein Vermögen zu großen Teilen in Tesla und SpaceX stecken hat. Ein CEO, Utopist und Milliardär der auf dem Boden seiner Firma schläft, wenn’s mal nicht so läuft und nebenher zum Mars fliegen, Tunnel bohren und das menschliche Gehirn mit KI verknüpfen will. Wer, wenn nicht jemand mit den Visionen von Elon Musk, hat sich als Unternehmer Risikokapital verdient.



Alphabet
- Buy-and-Hold
Im Gegensatz zu Tesla weniger „Kult“. Jeder kennt Google, aber kaum jemand die „Nebengeschäfte“ die unter dem Dach Alphabet vereinigt sind. Mit Waymo (abermals Investmentthema Mobilität) tritt erstmals eines dieser kleinen Nebengeschäfte ins (finanzielle) Rampenlicht und legt sich gleichmal mit dem größten Taxidienstleister der Welt – Uber – an. Ansonsten bleibt Alphabet ein Buy-and-Hold-Anteil. Rücksetzer werden für Nachkäufe genutzt. Eine Preisprognose bleibt hier schwer, da kaum etwas über die „Nebengeschäfte“ rausdringt und im Gegensatz zu Tesla kaum Ankündigungen kommen, sondern man plötzlich á la Amazon eine ganze Branche revolutioniert.


 


BYD
- Elektrifizierung Chinas und des weltweiten ÖPNS
- Umsatzverzehnfachung (?)
- Haltezeit: 2025 und darüber hinaus
Das chinesische Pendant zu Tesla – obwohl wohl weit weniger „Computer mit Rädern“ als Tesla. Hier wird vor allem die Story zur Elektrifizierung des öffentlichen Nahverkehrs gespielt. Bis 2025 werden Kommunen vielfach auf elektrische Busse umgestellt haben. Derzeit geht man davon aus, dass kein geradezu geringer Anteil dieses Marktes (99% ?!) von chinesischen Firmen besetzt werden wird. Die europäische Konkurrenz scheint hier etwas verschlafener. BYD baut bereits Busse in Werken in Ungarn, Frankreich und Brasilien. Die roten Doppeldecker-Busse in London sind bereits seit Jahren teilweise von…




True Leaf Med
- Risikokapital


Die Halle wird gebaut – Spatenstich erfolgte im März. Nun gilt es die Pflanzen wachsen zu lassen, den demokratischen Organen in Kanada ihre Zeit einzuräumen um im Herbst zu ernten. Dann sollte man mehr wissen.






Bis zum nächten Mal nach Q2


Euer
Geldexperiment